Mond-, Planeten- und Sternaufnahmen
Hochauflösende Fotografie am 50cm Cassegrain der Sternwarte Linz.
mittels "Lucky Imaging" *).
*)Lucky Imaging ist eine Aufnahmetechnik in der Astrofotografie, bei der viele Einzelbilder mit sehr kurzen Belichtungszeiten
aufgenommen werden. Anschließend werden die besten, "glücklichsten" Frames ausgewählt und zu einem hochaufgelösten Bild
kombiniert. Ziel ist es, die kurzzeitigen Momente besonders ruhiger Luft (gutes Seeing) auszunutzen, um so die Erdatmosphäre
zu "überlisten", denn bei normalen Langzeitbelichtungen führen die atmosphärische Turbulenzen zu entsprechenden Unschärfen.
Diese Methode findet vor allem in der Planeten-, Mond- und Sonnenfotografie Anwendung, aber auch in der Sternenfotografie
und DeepSky-Fotografie lässt sich so die erreichbare Detailauflösung gewaltig steigern.
Das A & O für hoch aufgelöste Aufnahmen hängt ausschließlich vom Seeing ab.

Obiges Video von Walter Schreiner zeigt so eine typische ideale Nacht mit gutem Seeing.
Die am Laptop abgefilmte Sequenz zeigt den Mondkrater Plato und das Alpental bei sehr ruhigen Luftverhältnissen.

Schöner Schattenwurf des Kraterwalls am Boden des Krater Plato - Foto:Walter Schreiner

Ein Überblick über das Alpental - Foto:Walter Schreiner

Detailaufnahme Alpental - die Rille im Tal hat eine Breite von ~600 Meter womit das theoretische
Auflösungsvermögen des Telekopes praktisch erreicht ist. Ein sehr schönes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass auch
das Kuppelsseing durch den relativ schmalen Kuppelspalt mitberücksichtigt werden muss.
Fotos: Walter Schreiner


Setting mit 2 Planetencams und einem Flip-Mirror - dazwischen der ADC (Atmospheric Dispersioen Corrector) von Gutekunst

Wenn das Licht von Sternen und Planeten die Erdatmosphäre durchläuft, wird es von der
Luftschicht gebrochen. Diese Brechung ist je nach Wellenlänge des Lichts unterschiedlich stark; ein Effekt den man als
Dispersion bezeichnet. Also Rot, Grün und Blau werden nicht in einem Brennpunkt gesammelt.
Dies verursacht an den Rändern der Planeten-Scheibchen hässliche Farbsäume.
Die Atmosphäre wirkt also im Grunde wie die Linse eines Teleskops mit Farbfehler. Selbst bei Verwendung einer hochwertigen
Optik ohne Farbfehler entstehen diese Säume. Die Dispersion der Erdatmosphäre kann von der Teleskopoptik nicht korrigiert
werden. Der ADC besteht im Grunde aus zwei verdrehbaren Prismen aus Silikat-Glas. Die Prismen erzeugen gewissermaßen einen
eigenen Farbfehler, welcher der atmosphärischen Dispersion entgegengerichtet ist. Das ADC korrigiert so diesen störenden
Effekt. Die Stellung der Prismen sind beim hochwertigen Gutekunst-ADC, der sich seit kurzem im Vereinsbesitz befindet,
durch einen Drehknopf fein einstellbar.

Unsere Planetenfotografen bei der Arbeit

Auch mittels experimenteller Nierenblenden wird versucht die Abbildsungsergebnisse zu verbessern

Saturn in Kantenstellung (11.11.2025) - Foto: Erwin Günther

Jupiter bei sehr gutem Seeing am 26.2.2026 - Foto:Walter Schreiner
Extrem kurze Belichtungszeiten helfen auch bei der Sichtbarmachung von sehr nahe beisammenstehenden Sternregionen.
Siehe am nachfolgenden Beispiel der Zentralregion des OrionNebel. Zum Einen verhindern sie das Ausbrennen im überbelichteten Zentrum
zum Anderen schlägt man der Luftunruhe ein Schnippchen, die die feinen Sternpünktchen zu einem einzigen Scheibchen
verschmieren.

Fotografische und visuelle Beobachtungsarbeiten an den Teleskopen der Kepler Sternwarte Linz

Auch bei einer Belichtungszeit von nur 0,2 sec zeigt das Video die Bewegung der Trapetzsterne durch die Luftunruhe

Rechts sieht man die hochaufgelösten Sterne des Trapetz im Orion mit 5000mm Brennweite.
Die Überlagerung der schärfsten Aufnahme einer Belichtungssequenz mit kurzen Belichtungszeiten von 0,2sec haben
die Auflösung ermöglicht und zeigen 6 Sterne des Trapetz (A-F)

Aufnahme: J.Stübler
Diese Aufnahme zeigt definitiv die maximal mögliche, beugungsbegrenzte Auflösung der Trapetzsterne die man
erdgebunden mit einer Optik wie unserem 50cm Cassegrain gewinnen kann - und das von der Kepler Sternwarte Linz aus!
Der Vergleich der selben Region mit Aufnahmen des Hubble Weltraumteleskopes sei deshalb gestattet.


Die Sternentstehungsregion im Orion(M42) mit 681mm Brennweite als Überblicksaufnahme versus 5000mm Brennweite (der kleine Ausschnitt im Bild)
Obige Aufnahme mit 681mm Brennweite ist das Ergebnis einer astrofotografischen Beobachtungsnacht auf der Sternwarte Hohe Dirn.
Nachfolgender Videolink zeigt, was in einer einzigen Nacht fotografisch mit dem C14-Hyperstar zu beobachten ist. Es ist
dies ein altes, aus den 70er Jahren stammendes Celestron 14, dessen Brennweite durch eine Zusatzoptik auf f/1.9 von Vereinsmitgliedern
umgebaut worden ist und zukünftig wieder auf der Aussenstelle Gramastetten zum Einsatz kommen wird. Pro Objekt wurden im Schnitt zwischen 20-30 Einzelbilder
a 30 sec. Belichtungszeit aufaddiert. Die Nacht war sehr feucht und hohe Wolken zogen immer wieder durch das Gesichtsfeld.
"Fotografische Beobachtungen in einer einzigen Nacht mit dem C14 Hyperstar."
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